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KI macht Content billig – warum gute Inhalte dadurch wertvoller werden

vor 3 Tagen
3 Min. Lesezeit


Businesspeople networking- Unternehmer
Warum sollte jemand ausgerechnet unsere Inhalte lesen?



Noch nie war es so einfach, Texte zu produzieren.

Mit generativer künstlicher Intelligenz lassen sich innerhalb weniger Sekunden Blogartikel, Social-Media-Beiträge, Produktbeschreibungen, Newsletter oder Website-Texte erstellen.

Was früher Stunden dauerte, ist heute teilweise in wenigen Minuten möglich.

Für Unternehmen ist das eine enorme Chance.

Gleichzeitig entsteht daraus ein neues Problem: Wenn jeder nahezu unbegrenzt Content produzieren kann, wird die reine Produktion von Content immer weniger zum Wettbewerbsvorteil.


Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr:

Wie produzieren wir genügend Inhalte?

Sondern zunehmend:

Warum sollte jemand ausgerechnet unsere Inhalte lesen?


Ein guter Text ist nicht automatisch guter Content


KI-generierte Texte können sprachlich hervorragend sein.

Sie können klar strukturiert, grammatikalisch korrekt und angenehm zu lesen sein.

Trotzdem können sie vollkommen uninteressant sein.

Denn sprachliche Qualität ist nur ein Bestandteil guten Contents.

Ein Text wird für seine Zielgruppe vor allem dann wertvoll, wenn er etwas vermittelt, das relevant, hilfreich, neu oder besonders gut eingeordnet ist.

Genau hier liegt eine der größten Herausforderungen beim Einsatz generativer KI.

Wer ein Sprachmodell lediglich auffordert, einen Fachartikel zu einem allgemeinen Thema zu schreiben, erhält häufig eine Zusammenfassung dessen, was zu diesem Thema ohnehin bekannt ist.

Das kann korrekt sein.

Aber es schafft noch keinen besonderen Grund, diesen einen Artikel statt eines anderen zu lesen.


Unternehmen besitzen etwas, das KI nicht automatisch kennt


Interessanter Unternehmenscontent entsteht häufig aus Wissen, das bereits im Unternehmen vorhanden ist.

Es steckt in Kundengesprächen.

In Projekten.

In erfolgreichen und weniger erfolgreichen Entscheidungen.

In den Fragen, die Kunden immer wieder stellen.

In Problemen, die Mitarbeiter täglich lösen.

Und in Erfahrungen, die über viele Jahre gesammelt wurden.

Genau dieses Wissen unterscheidet ein Unternehmen von seinen Wettbewerbern.

Content-Marketing sollte deshalb nicht damit beginnen, eine KI nach Themen zu fragen.

Es sollte zunächst im eigenen Unternehmen nach Themen suchen.


Eigene Erfahrungen werden wichtiger


Angenommen, hundert Agenturen veröffentlichen einen Artikel mit der Überschrift:

„10 Tipps für erfolgreiches Google Ads Marketing“.

Wenn diese Beiträge weitgehend dieselben allgemein bekannten Empfehlungen enthalten, entsteht für den Leser wenig zusätzlicher Wert.

Interessanter wäre möglicherweise ein Beitrag wie:

„Warum wir einem Kunden empfohlen haben, sein Google-Ads-Budget nicht zu erhöhen.“

Hier steckt eine konkrete Erfahrung dahinter.

Welche Ausgangssituation gab es?

Warum wäre mehr Budget naheliegend gewesen?

Warum wurde trotzdem davon abgeraten?

Was wurde stattdessen verändert?

Und was lässt sich daraus lernen?

Solche Inhalte können selbstverständlich mit Unterstützung von KI erstellt werden.

Der entscheidende Inhalt stammt jedoch aus dem Unternehmen.


KI ist ein hervorragendes Werkzeug für Content


Das bedeutet keineswegs, dass Unternehmen auf künstliche Intelligenz bei der Content-Produktion verzichten sollten.

Im Gegenteil.

KI kann helfen, Themen zu strukturieren, unterschiedliche Blickwinkel zu entwickeln, komplexe Informationen verständlicher aufzubereiten oder aus einem umfangreichen Fachbeitrag verschiedene Formate für Social Media zu erstellen.

Sie kann Recherche- und Produktionsprozesse erheblich beschleunigen.

Der Unterschied liegt in der Rolle, die sie übernimmt.


KI sollte dabei helfen, vorhandenes Wissen besser zu kommunizieren – nicht fehlendes Wissen mit möglichst vielen Wörtern zu kaschieren.


Mehr Content ist nicht automatisch besser


Die niedrigeren Produktionskosten verführen dazu, erheblich mehr zu veröffentlichen.

Wenn fünf Blogartikel pro Monat möglich sind, warum nicht 20?

Wenn täglich drei Social-Media-Beiträge erstellt werden können, warum nicht jeden Tag posten?

Weil Aufmerksamkeit nicht im gleichen Maße gewachsen ist wie die Menge der Inhalte.

Menschen haben nicht plötzlich mehr Zeit, nur weil Unternehmen schneller Content produzieren können.

Im Gegenteil: Je größer das Angebot wird, desto stärker müssen Inhalte einen Grund liefern, überhaupt wahrgenommen zu werden.

Deshalb kann weniger, aber relevanter Content die bessere Strategie sein.


Was Unternehmen jetzt anders machen sollten


Eine zeitgemäße Content-Strategie sollte deshalb stärker nach dem eigenen Wissensvorsprung suchen.

Welche Fragen können wir besonders gut beantworten?

Welche Erfahrungen haben wir gesammelt?

Welche Entwicklungen beurteilen wir anders als andere?

Welche Fehler sehen wir in unserer täglichen Arbeit?

Welche Entscheidungen treffen wir – und warum?

Welche konkreten Beispiele können wir nennen?

Aus diesen Fragen entstehen Inhalte, die nicht allein deshalb existieren, weil ein Redaktionsplan gefüllt werden muss.


Die eigentliche Knappheit ist nicht mehr Text


Generative KI verändert Content-Marketing erheblich.

Sie senkt die Kosten der Produktion, beschleunigt Prozesse und ermöglicht Unternehmen, Wissen in wesentlich mehr Formaten aufzubereiten.

Aber genau dadurch verschiebt sich der Wert.

Wenn nahezu jeder schnell einen sprachlich guten Text produzieren kann, wird die Fähigkeit, Texte zu produzieren, weniger besonders.

Wertvoller werden stattdessen Fachwissen, Erfahrung, Einordnung, Glaubwürdigkeit und eine erkennbare Perspektive.

Oder anders gesagt:

Texte sind billig geworden.

Etwas zu sagen zu haben nicht.

 
 
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