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Mehr Werbebudget, mehr Erfolg? Warum diese Rechnung im Online-Marketing oft nicht aufgeht

1. Sept.
3 Min. Lesezeit



Businesspeople networking- Unternehmer



Wer mit Google Ads, Meta Ads, Microsoft Ads oder anderen digitalen Werbeplattformen gute Ergebnisse erzielt, kommt früher oder später an einen naheliegenden Punkt: Wenn die Kampagne funktioniert, warum erhöhen wir nicht einfach das Budget?

Das kann genau die richtige Entscheidung sein.

Es kann allerdings auch eine ziemlich teure sein.


Denn mehr Werbebudget erzeugt nicht automatisch bessere Ergebnisse. Bevor eine Kampagne skaliert wird, sollte deshalb geklärt werden, ob sie tatsächlich gut funktioniert – und was „gut“ in diesem Zusammenhang überhaupt bedeutet.


Mehr Klicks sind noch kein Erfolg

Digitale Werbeplattformen liefern eine Vielzahl von Kennzahlen: Impressionen, Klicks, Klickpreise, Conversions, Conversion-Raten und vieles mehr.

Diese Zahlen sind wichtig. Sie sagen aber für sich genommen noch wenig darüber aus, ob eine Kampagne für ein Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich ist.

Ein niedriger Klickpreis ist beispielsweise erfreulich. Wenn die gewonnenen Besucher jedoch nicht zur Zielgruppe gehören, hat das Unternehmen lediglich günstig die falschen Menschen auf seine Website gebracht.

Auch eine hohe Zahl von Leads ist nicht zwangsläufig ein Erfolg.

Entscheidend ist deren Qualität.

Werden aus den gewonnenen Kontakten tatsächlich Kunden? Welche Umsätze entstehen daraus? Und stehen diese in einem sinnvollen Verhältnis zu den Werbekosten?


Was passiert, wenn das Budget erhöht wird?

Vereinfacht gesagt bekommt eine Werbeplattform mit einem höheren Budget mehr Möglichkeiten, Anzeigen auszuspielen.

Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass die zusätzlichen Kontakte genauso gut oder genauso günstig gewonnen werden können wie bisher.

Eine Kampagne kann beispielsweise innerhalb einer besonders relevanten Zielgruppe bereits einen großen Teil des vorhandenen Potenzials ausschöpfen.

Wird das Budget erhöht, muss die Plattform möglicherweise weitere Zielgruppen, Suchanfragen oder Platzierungen erschließen.

Die zusätzlichen Ergebnisse können dadurch teurer oder qualitativ schlechter werden.

Skalierung verläuft deshalb nicht zwangsläufig linear.

Doppeltes Budget bedeutet nicht automatisch doppelt so viele gute Anfragen.


Bevor das Budget steigt, sollte die Kampagne geprüft werden

Vor einer Budgeterhöhung lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die gesamte Strecke vom ersten Werbekontakt bis zum tatsächlichen Auftrag.

Erreichen die Anzeigen die richtigen Menschen?

Passen Suchbegriffe und Zielgruppen zum Angebot?

Kommunizieren die Anzeigen einen überzeugenden Nutzen?

Passt die Landingpage zur Erwartung, die durch die Anzeige entstanden ist?

Ist der nächste Schritt für den Besucher klar?

Und schließlich: Welche Qualität haben die gewonnenen Kontakte?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich sinnvoll beurteilen, ob zusätzliches Budget tatsächlich zusätzliches Geschäft bringen kann.


Manchmal liegt das Problem hinter dem Klick


Ein wichtiger Punkt wird bei der Optimierung von Werbekampagnen häufig unterschätzt: Nicht jedes Problem lässt sich innerhalb von Google Ads oder Meta Ads lösen.

Vielleicht funktioniert die Anzeige hervorragend und bringt genau die richtigen Besucher auf die Website.

Wenn die Landingpage das Angebot anschließend nur unzureichend erklärt, umständlich zu bedienen ist oder keinen überzeugenden nächsten Schritt bietet, hilft ein höheres Anzeigenbudget wenig.

Dann sollte nicht zuerst mehr Geld in die Kampagne investiert werden.

Die bessere Investition kann eine Optimierung der Landingpage sein.

Dasselbe gilt für das Angebot selbst, die Preisgestaltung, die Erreichbarkeit oder den anschließenden Vertriebsprozess.


Mehr Budget kann auch ein Problem skalieren

Besonders interessant wird es, wenn eine Kampagne auf den ersten Blick erfolgreich aussieht.

Angenommen, sie generiert regelmäßig Leads zu vertretbaren Kosten.

Eine Erhöhung des Budgets scheint naheliegend.

Erst bei genauerer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass ein erheblicher Teil der Anfragen nicht zur gewünschten Zielgruppe passt oder nur sehr selten zu einem Auftrag führt.

Wer jetzt das Budget erhöht, skaliert nicht den Erfolg.

Er skaliert das Problem.

Genau deshalb sollten Kampagnen nicht ausschließlich anhand der Kennzahlen beurteilt werden, die eine Werbeplattform zur Verfügung stellt.

Die entscheidenden Informationen entstehen häufig erst danach – im Vertrieb und im tatsächlichen Geschäft.


Wann ist mehr Werbebudget sinnvoll?

Wenn eine Kampagne zuverlässig relevante Kunden erreicht, qualitativ gute Anfragen erzeugt und diese wirtschaftlich zu Aufträgen führen, kann eine Budgeterhöhung sehr sinnvoll sein.

Dann stellt sich die Frage, welches zusätzliche Potenzial im Markt vorhanden ist und zu welchen Kosten es erschlossen werden kann.

Eine gute Kampagne sollte dabei schrittweise skaliert und die Entwicklung der Ergebnisse weiter beobachtet werden.


Eine gute Agentur muss nicht möglichst viel Budget verwalten

Für eine Agentur ist ein höheres Werbebudget zunächst einmal angenehm: Es gibt mehr Geld zu verwalten.

Für den Kunden ist das allerdings kein sinnvolles Erfolgskriterium.

Die Aufgabe einer guten Beratung sollte deshalb nicht darin bestehen, möglichst viel Werbebudget unterzubringen.

Manchmal lautet die richtige Empfehlung:

Investieren Sie mehr.

Manchmal lautet sie:

Optimieren wir zuerst.

Und gelegentlich lautet sie tatsächlich:

Geben Sie im Moment nicht mehr Geld für Werbung aus.

Denn die entscheidende Frage ist nicht, wie hoch ein Werbebudget ist.

Sondern was das Unternehmen damit erreicht.

 
 
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